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SPRACHKURSE IN LASTRUP SOLLEN WEITER LAUFFEN

70 Geflüchtete aus der Ukraine lernen in der Sportschule Lastrup aktuell die Grundbegriffe der deutschen Sprache. Die Kurse laufen eigentlich aus – doch der Wissensdurst ist größer.

 

Lastrup - Seit Mitte Mai erlernen in der Sportschule Lastrup ukrainische Flüchtlinge Grundbegriffe der deutschen Sprache. Möglich werden die Kurse an zwei Tagen in der Woche und mit insgesamt 100 Unterrichtsstunden durch den Verein „Vita – stronger together for peace and freedom“. Nun laufen die ersten Kurse aus. Der Verein möchte mithilfe des Lastruper sozialen Vereins „Bürger für Bürger“ diese Kurse fortführen. Dafür erhielt Initiator Franz-Josef Kettmann nun bei einem Pressegespräch den Beifall der Teilnehmer.

 

Hilfe im Alltag

„Wir sind zunächst mit wenigen Teilnehmern gestartet. Inzwischen lernen am Dienstag und Donnerstag in jeweils drei Kursen insgesamt 70 Teilnehmer die deutsche Sprache. Jeder Kurs ist auf 100 Unterrichtsstunden angelegt. Aber wir helfen den Teilnehmern auch beim Ausfüllen von Formularen oder Anträgen oder bei der Organisation des täglichen Lebens“, erzählt Organisatorin Olga Schön. Lehrerin Margaryta Mandryk wohnt in Friesoythe, hat aber kein Auto. Deshalb ist Franz-Josef Kettmann froh, dass dem Verein ein Auto zur Verfügung gestellt wurde. Natalya, eine Kursteilnehmerin mit Führerschein, holt ihre Lehrerin nun regelmäßig aus Friesoythe ab und bringt sie zurück.

 

Olga Schön hat die Erfahrung gemacht, dass die Jüngeren schneller lernen als die Älteren. Yulya habe bereits dank der Vorbereitung in Lastrup die Prüfung für das Sprachniveau A1 geschafft. Einige Teilnehmerinnen berichteten von ihrem Unterricht und ihren Erlebnissen in den Kursen und bewiesen, dass sie bereits deutliche Fortschritte gemacht hatten.

Länger untersützen

Bislang wurden und werden die Kurse in Lastrup vom sozialen Verein „Bürger für Bürger“, von der Cloppenburger Kleebaum-Stiftung und von weiteren privaten Sponsoren unterstützt und finanziert. „Wir sehen, dass sich die Kurse lohnen. Die Teilnehmenden wollen weitermachen. Zudem konnten mehrere Teilnehmer bereits in Arbeit vermittelt werden und wollen nun ihre Sprachkenntnisse am Abend verbessern“, erläuterte Franz-Josef Kettmann.

Der Vorsitzende des sozialen Vereins „Bürger für Bürger Lastrup“, Rudolf Brinkmann, lobte die gute Zusammenarbeit mit dem Verein „Vita“ und der Organisatorin Olga Schön sowie der Koordinatorin Fidah Hensel. „Wir sind dankbar, dass das Angebot hier so gut umgesetzt wird. Wir werden den nächsten Kurs finanzieren“, versprach er und hoffte dabei auf seine Vorstandsmitglieder, die über Brinkmanns Versprechen erst noch an diesem Mittwoch abstimmen müssen. Er sei begeistert, was hier in den letzten drei bis vier Monaten entstanden sei.

Brinkmann wies darauf hin, dass sein Verein in den vergangenen Monaten nicht nur die Kurse mitfinanziert habe, sondern auch den in der Sportschule wohnenden ukrainischen Handballern die Teilnahme an der Beach-Handball-Europameisterschaft in Prag ermöglicht habe. Auch habe man eine Fahrt zu einem Handballspiel der 2. Bundesliga nach Nordhorn organisiert. Zudem übernehme der Verein die Transportkosten zu den Spielnachmittagen ukrainischer Kinder zu den Kindertagesstätten der Gemeinde.

Bildunterschrift: Die Teilnehmenden aus der Ukraine und die Organisatoren wollen die Sprachkurse in Lastrup fortführen. Foto: Aloys Landwehr

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